Gotthard Porzig

 Erinnerungen an  Gotthard  Porzig  (1931 – 2017)     

 

Von   Karlheinz Weidenbruch

 


Spät haben wir von seinem Ableben erfahren. Noch ist es für uns unvorstellbar, dass wir nicht mehr auf seine genealogischen Ratschläge zurückgreifen können. Bereits am 23. August 2017 verstarb Gotthard Porzig. Er wurde am 3. Dezember 1931 in Altenburg geboren. Dort wuchs er auf und besuchte die Grundschule und die Oberschule. Danach studierte er an den Universitäten Leipzig, Berlin und Braunschweig Chemie und Lebensmittelchemie. Nach dem Studium ließ sich der staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker in Braunschweig nieder, wo er bis zu seinem Tode lebte. Porzig ist in einer Familie aufgewachsen, wo Familienforschung eine Rolle spielte.

Ein Verwandter von ihm, der Sprachwissenschaftler Walter Porzig (1895 – 1961) aus Ronneburg, gründete am 27. Feb. 1938 in Altenburg den „Sippenverband Porzig“ , dessen Hinterlassenschaften leider 1945 verloren gingen. Die Vorfahren von Gotthard Porzig hatten ihre Wurzeln im Altenburger Land. Durch sein Hobby kam er mit gestandenen Forschern des Altenburger Landes wie Dr. Kretschmar (1918 – 1996), die Studienräte Rudolf Gerlach (1891 - 1966) und Paul Leidner (1881 – 1971) sowie Wilhelm Ruhland (1899 – 1988) in Verbindung. Frühzeitig fand er Kontakt zur Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung, (AMF-Mitglied-Nr. 0859), deren Mitglied er bis kurz vor seinem Tode war. Mit Dr. Kretschmar bemühte er sich intensiv seit 1994 um die Bildung eines AMF-Arbeitskreises in Altenburg. Er zählt 1996 zu den Gründungsmitgliedern des AMF-Arbeitskreises „Altenburger Land“, dessen Arbeit er durch Vorträge und Veröffentlichungen unterstützt hat.

Er hielt folgende Vorträge:

 

  30. Juni 1998, "Die Familie Porzig im Altenburger Land"

  16. März 2000, "Einiges über Familienwappen"

  07. März 2007, "Die Gebotin von Raßefaß mit Kraut u. Käße - Eine Marktfrauenliste von 1719 als genealogische Quelle",

                         ein Beitrag zur Festveranstaltung   anläßlich des 10. Jahrestages der Gründung unseres Arbeitskreises

Auskünfte über die Vorträge können beim Arbeitskreis eingeholt werden.

Sein Lebenswerk war die Fortsetzung der Arbeit des „Sippenverbandes Porzig“. Als Bindeglied zu den heute lebenden Porzig´s nutzte er die von ihm heraus gegebenen Mitteilungen „Familienarchiv Porzig“, welche er mindestens einmal jährlich an alle ihm bekannten lebenden Porzig´s und alle Familienforscher, welche mit den Porzig´s eine Ahnengemeinschaft bilden, verschickte. Diese Mittelungen ziert das Wappen, welches Porzig für die Familie gestiftet hatte.

Die Art und Weise, wie Gotthard Porzig die Ergebnisse seiner Forschungen der Nachwelt hinterlassen hat, ist vorbildlich.

Sein Hauptwerk sind die Familienstammtafeln Porzig. "Gotthard Porzig, Stammtafenl Porzig" (5 Bände), Selbstverlag Braunschweig. Diese sind einsehbar in der Deutschen Nationalbibliothek.

       Wir kennen von ihm folgende Veröffentlichungen:

1. Bd. 1. Gimmeler Stamm, 1990 Umfang: 178 Seiten,    DN Frankfurt Signatur D 90b/3129;  DN Leipzig Signatur : 1992 B 11687-1 

2. Bd. 2. Goseler Stamm,    1991 Umfang: 210 Seiten,    DN Frankfurt Signatur: D 90b/3129 ;  DN Leipzig Signatur : 1992 B 11687-2 

3. Bd. 3. Früheste Namensvorkommen und Vollmershainer Stamm, 1982, Umfang  DN Frankfurt Signatur: D 90b/3129; DN Leipzig Signatur: 1992 B 11687-3 

4. Bd. 4. Der Name und die Stämme Altenburg und Baldenhain 1993, Umfang 200 Blätter, DN Frankfurt Signatur 1994 B 2644; DN Leipzig Signatur: 1994 B 2644 

5. Bd. 5. Der Portius-Stamm und der Rückersdorfer Stamm, 1995, Umfang 180 Blätter, DN Frankfurt Signatur : 1995 B 3627 ;  DN Signatur Leipzig: 1995 B 3627 

Damit hat er die 1945 in Verlust geratenen Unterlagen wieder herstellen können.

            Weiterhin hat er im Selbstverlag veröffentlicht:

6. "Herkunft u. Deutung eines Familiennamens", Selbstverlag 1986     DN Frankfurt Signatur: D 88b/6061

7. "Herkunft und Deutung eines Familiennamens", 2. Auflage Selbstverlag 2012  DN Frankfurt: Signatur: 2009 B 4623  DN Leipzig: Signatur: 2009 B 16182 

8. "Die Wappen der Familien Porzig", Selbstverlag 2012    DN Frankfurt Signatur: 2012 B 12772  DN Leipzig Signatur: 2012 B 16559 

            Darüber hinaus kennen wir von ihm folgende Veröffentlichungen:

9.    Im "Altenburger Geschichts- und Hauskalender":   "Zeichen am Stein", 1997, Seite 92

10. "Ein Pfarrer als Frauenlob ?", 2007, Seite 136

11. In "Familienforschung in Mitteldeutschland":  "Der Leipziger Schachschriftsteller Carl Julius Simon Portius",  Jg. 43, 2002, S. 378-382

12. In "Familie und Geschichte": "Was ist bei der Verbreitung vervielfältigter Druckwerke zu beachten?"  1993/2, S. 287

13. In "Mitteilungen der Geschichts- u. Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes":  "Die Porzigs – eine uralte Bauernfamillie" 16. Band, 3. Heft Seiten 183 – 191, 1998.

Porzig hat nicht nur Stammforschung zu seinem Familiennamen betrieben, sondern sich auch bemüht, alle seine Vorfahren zu ermitteln. Damit hat er Nachschlagewerke erschaffen, die für einen breiten Forscherkreis von Nutzen sind.

 

Alle, die Gotthard Porzig kannten, haben ihn in seiner liebenswürdigen, stets hilfsbereiten Wesensart hoch schätzen gelernt und werden ihm ein dankbares, ehrendes Andenken bewahren.