Veranstaltungen aktuelles Kalenderjahr

AMF-Arbeitskreis „Altenburger Land“    -  Veranstaltungsplan 2018  -

 

2018-1  Offene Präsentationsveranstaltung, Dienstag, 20. März 2018, 18:30 Uhr, Kulturbundgalerie Altenburg

2018-2  Offene Vortragsveranstaltung, Mittwoch, 25.04.2018, 19:00 Uhr, Residenzschloß Altenburg

2018-3  Offene Vortragsveranstaltung, Mittwoch, 27.06.2018, 19:00 Uhr, Residenzschloß Altenburg
2018-4  Offene Vortragsveranstaltung, Mittwoch, 24.10.2018, 19:00 Uhr, Residenzschloß Altenburg

                 weitere Erläuterungen siehe Reiter "Veranstaltung"

 

 AMF-Arbeitskreis "Altenburger Land" - Veranstaltung 2018-3

 Der AMF-Arbeitskreis "Altenburger Land" hat seine dritte, offene Vortragsveranstaltung 2018, in Zusammenarbeit mit dem Residenzschloß Altenburg und der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg e.V. (GAGO) planmäßig am letzten Mittwoch im Juni, den 27.06.2018, im „Bach-Saal“ des Residenzschloßes zu Altenburg vor 74 interessierten Gästen durchgeführt.

In seinem Vortrag „Wildenhain - eine Bauernfamilie im Altenburger Land und ihre Güter“ sprach der Referent, Herr Erhard Wildenhain aus Leipzig, welcher seine familiären Wurzeln im östlichen Gebiet des Altenburger Landes gefunden hat.
In seiner aufwändig recherchierten Präsentation mit reicher Darstellung von Karten und Plänen, Ortsbildern und Hofansichten, Quellenauszügen und Fotos, sowie die Aufarbeitung als Genealogie-Folgen als Stammbaum, Hofbesitzerfolgen und Ahnenlisten mit einer genauen Benennung der Datenquellen, zeigte er ein umfassendes Bild seiner Familie von ca. 1600 bis 2000. Ausgehend vom ersten Auftreten eines Hans Wildenhain, 1548 im „Erbbuch des Amtes Altenburg“ und eines Jacob Wildenhain im Türkensteuerregister 1552 des Ortes Langenleuba, recherchierte er speziell die „Einwohnerzählung im Amte Altenburg 1580“, „Die Altenburgischen Familiennamen“, die Kirchenbücher, die Grund- , Hypotheken und Amtshandelsbücher, Brandkataster, Finanzrechnungen, Steuerverzeichnisse und Nachläße.
Daraus konnte er 479 direkte Verwandte ermitteln und die Güter in Langenleuba-Niederhain, Nirkendorf und Zschernichen in Form von Gemälden und Fotos näher vorstellen.
Für den Familiennamen Wildenhain, ein Herkunftsname mit der Bedeutung: „der aus dem Ort Wildenhain kommende“, kommen drei Orte Wildenhain in Betracht. Am Wahrscheinlichsten ist die Herkunft aus dem Ort bei Regis-Breitingen mit einer Entfernung von 21 km Luftlinie vom Ort der Ersterwähnung. Die beiden weiteren möglichen Orte liegen bei Mockrehna / Torgau mit etwa 65 km und bei Großenhain mit etwa 75 km Entfernung.

Bei der anschließenden Klärung der Personen auf den Familienfotos konnten familiäre Zusammenführungen erlebt werden. Eine Beschriftung dieser Fotos wird angeraten und eine Erweiterung der Recherche in das Gebiet um Schmölln könnte eine Aufgabe für die nächste Zeit sein.
Seine Ausführungen wurden mit herzlichem Beifall und einem kleinen Gastgeschenk bedacht.
 

Steffen Klingner, Juli 2018

 


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AMF-Arbeitskreis "Altenburger Land" - Veranstaltung 2018-2
 
Am Mittwoch, den 25.04.2018, veranstaltete der AMF-Arbeitskreises "Altenburger Land", mit den Partnern Residenzschloß Altenburg und Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes e.V. (GAGO), seine zweite offene Vortragsveranstaltung diesen Jahres, innerhalb der gemeinsamen Veranstaltungsreihe. Es referierte, im prachtvollen Bach-Saal des Residenzschlosses zu Altenburg, Herr Udo Schreyer aus Leipzig zum Thema
„Meine Stammforschung Schreyer im Grenzgebiet Altenburger Land und Sachsen“.
Der gebürtige Karl-Marx-Städter hat bereits vor 20 Jahren seine Leidenschaft für die Erforschung seiner Familie entdeckt. Vor 50 interessierten Gästen führte er seine Wurzeln lückenlos bis ins 15. Jahrhundert zurück. Dabei recherchierte er die älteste bekannte Einwohnerliste von Wolperndorf, in welcher 1495 sein frühester Namensträger Christoff Schreyer als Untertan genannt wird. Altenburg, mit seiner Lage an der bedeutenden Handelsstraße „Via Imperii“, spielte vor allem bei der Zuwanderung aus Städten und Gebieten um diesen Straßenverlauf ein große Rolle. In diesem Fall aus der Oberpfalz, der vermuteten Herkunft vorheriger Ahnen. Anschaulich erklärte er unter Einbezug der Quellen, wie man die Familienverhältnisse im 16. Jahrhundert rekonstruiert. Ein Vorfahre, Wenzel Schreyer in Altmörbitz,  gehörte der Bauernkriegsbewegung 1525 an, denn seine Erwähnung findet sich im Strafgeldregister. Im Verlauf zeigte er auf, wie er die bei anderen Ahnenforschern seit Jahrzehnten gesuchte Herkunft des Ziegelheimer Amtsrichters Joachim Schreyer (1582-1651) gelöst hat und diesen "toten Punkt" überwand. Vor allem schriftkundig sollte man sein, um in den zahlreichen Archiven fündig zu werden. Die Zuhörer konnten gespannt verfolgen, wie es den Schwarzfärber Georg Schreyer zwischen 1560 und 1600 beruflich bedingt vom Altenburger Land aus nach Meißen, Freiberg, Chemnitz und in andere Orte verschlagen hat. Mit einer visuellen Unterstützung nahm er die Zuhörer auf eine Zeitreise mit, in welcher er auch die Besitzerfolge des Stammgutes in Markesdorf bei Penig über 500 Jahre bis zu den heutigen Besitzern aufzeigte. Sein besonderes Highlight war der Besuch bei den heutigen Besitzern, der in eine späte Familienzusammenführung mündete. Zum Schluß präsentierte er das Bild ein prachtvolles Totenkronenepitaphes mit 12 Totenkronen, gefertigt von Johann Anke aus Jückelberg im Jahr 1799 und gestiftet von seinem Vorfahren Elias Schreyer. Es wurde 1908 aus der Kirche Niedersteinbach ausgelagert und ist heute Teil der Dauerausstellung im Museum für Sächsische Volkskunst in Dresden. Für seinen aufwändig gestalteten, mit vielen Details und Wissen gehaltenen Vortrag erhielt der Referent kräftigen Applaus und die Anerkennung des Publikums. Die Beantwortung von Rückfragen und Diskussionen mit fachkundigen Dialogen einiger Interessierter ergänzten den erfolgreichen Vortragsabend. Mit einem herzlichen Dank der Familienforscher und einem kleinen Erinnerungsgeschenk wird der Referent diesen Vortrag hoffenlich lange in Erinnerung behalten.
 
April 2018, Udo Schreier und Steffen Klingner
 
 

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AMF-Arbeitskreis „Altenburger Land“ - Veranstaltung 2018-1

Wer sich erstmalig mit der Familienforschung beschäftigt wird ausgehend von perönlichen Dokumenten, zunächst vor allem die standesamtlichen Urkunden, amtliche Meldekarten oder Kichenbücher nutzen. Glücklich, wer mit diesen Informationen auskommt. Meist stellen sich bald Informationslücken, tote Punkte genannt, ein. Zu den Ausweichmöglichkeiten auf alternative Quellen, beispielsweise Adressbücher, Volkszählungslisten, Bürgerakten, Passagierlisten, Ortsfamilienbücher, Heimatchroniken gesellen sich in dieser Betrachtung die Militärunterlagen, speziell die Listen zur Musterung junger Männer zum Militärdienst, Musterungslisten genannt, dazu. Der Verdienst der Autoren ist die aufwändige Erfassung, Einordnung und Erstellung eines Nachschlagewerkes, was schnell und zielgerichtet Informationen liefert und hilft, diese Informationsdefizite zu überwinden. Damit wird die Quellenstruktur im Altenburger Land, aus einer Zeit des historischen Herzogtums Sachsen-Altenburg, wesentlich bereichert und ergänzt. Dafür sei Ihnen im Namen aller Heimat- und Familienforscher hiermit herzlich gedankt.
   Steffen Klingner, April 2018


Bericht zum Vortrag

Der AMF-Arbeitskreis „Altenburger Land“ hat die offene Veranstaltung 2018-1 am Dienstag, den 20. März 2018 in Zusammenarbeit mit dem Kulturbund Altenburger Land e. V. in dessen Räumlichkeiten Brühl 2, einer der ältesten Häuser von Altenburg, durchgeführt.
Thema:   Präsentation der Bände 68 und 69 der Schriftenreihe der Stiftung Stoye:
"Die Musterungslisten des Herzogtums Sachsen-Altenburg 1819 bis 1847".
Die Autoren dieses Doppelbandes wurden von Herrn Klingner vorgestellt:
Frau Lore Christine Jaschke, Herr Wilfried Köhler, Herr Wilfried Piehler und Herr Karlheinz Weidenbruch. In Abstimmung mit den Autoren übernahm Weidenbruch die Vorstellung der Bücher. Zu Beginn ging Weidenbruch auf die Geschichte der Stiftung Stoye ein: Auf einem testamentarischen Vermächtnis des Apothekers Rudolf Stoye (26.11.1898 – 3.1.1969) basierend, wurde die Stiftung 1971 durch die AMF gegründet. Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen ist sie seit 1991 eine juristisch selbständige Stiftung. Der Stiftungszweck wird vorzugsweise durch eine eigene Schriftenreihe erfüllt, in der bisher unveröffentlichtes Quellenmaterial bekannt gemacht wird, welches vor allem Genealogen und Historikern in ihrer Arbeit hilft. Dazu gehören auch die heute vorgestellten Bände.
Weidenbruch wies darauf hin, dass die beschriebenen Musterungen im Forschungsgebiet des Arbeitskreises (AK) erfolgten. Dieses Gebiet gehörte bis 1825 zum Herzogtum Sachsen Gotha Altenburg und danach zum Herzogtum Sachsen Altenburg. Dieses ernestinische Herzogtum bestand in der Zeit von 1825 bis 1918. Die präsentierten Bände informieren über Musterungen in der Zeit von 1819 bis 1847. Weidenbruch unterstrich deshalb die Notwendigkeit, den geschichtlichen Hintergrund dieser Musterungen zu untersuchen. Ab 1800 gibt es im Altenburger Land regelmäßige jährliche Musterungen. Von 1806 bis 1813 mussten Soldaten durch Verträge zum Rheinbund für den Kaiser Napoleon bereitgestellt werden und nach 1815 gab es Verpflichtungen zu einer Bereitstellung aus der Mitgliedschaft im Deutschen Band. Danach mussten 2% der Bevölkerung unter Waffen gehalten werden.
In seinen weiteren Ausführungen ging Weidenbruch auf die territorialen Veränderungen in Deutschland durch den Wiener Kongress ein und schilderte deren Auswirkungen auf die Familienforschung. Als Beispiel nannte er die Zuordnung der Rheinprovinz zum preußischen Staatsgebiet. In der Zeit von 1815 bis  22. Juni 1822 wurden dort die Regierungsbezirke und Landkreise neu geordnet. Dazu wurden Fachkräfte (Verwaltung, Justiz, Polizei, Post und Schule) aus dem preußischen Stammland in die Rheinprovinz dienstverpflichtet. Diese wurden dort sesshaft und deren Nachkommen gründeten später die AMF. Das war logisch: Ihre Vorfahren kamen aus Mitteldeutschland. Es gab auch umgekehrte Wanderbewegungen: Gemusterte aus der Rheinprovinz mussten ihren Militärdienst im Kernland Preußens leisten und suchten sich hier Ehepartner. Bekannt sind solche Fälle in Pegau.
In seinen weiteren Ausführungen ging Weidenbruch auf den Inhalt der Stoye-Bände 68 und 69 ein: Im Zeitraum von 1819 bis 1833 wurden 17409 Personen gemustert. Das entspricht 2175 Musterungen pro Jahr. Im Zeitraum von 1834 bis 1847 wurden 17812 Personen gemustert. Es waren durchschnittlich 1275 Musterungen pro Jahr. Der Nutzer dieser Doppelbände verfügt somit über einen Fundus von 35221 Namen der Gemusterten. Diese Namen wurden unter dem Gliederungspunkt „3 Namen der Musterungslisten“ alphabetisch geordnet. Die zugehörigen Vornamen, einschließlich der Abkürzungen, entsprechen den Originaldokumenten. Hilfreich für den Nutzer ist die Angabe des Geburtsjahres. In der Spalte Geburtsort/Wohnort ist zu beachten, dass auch Zugezogene gemustert wurden. In der Spalte Berufe werden nicht in allen Fällen Angaben gemacht. Es werden vorrangig Ausbildungsverhältnisse wie Lehrling, Schüler, Gymnasiast und Student genannt. Das war eine Maßnahme, um eine Aushebung der Gemusterten zeitweilig auszusetzen.  Pro Name findet der Nutzer die Nummern der Originaldokumente im Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Altenburg, um gegebenenfalls Nachprüfung vornehmen zu können.
Herr Klingner dankte dem Referenten für seine Ausführungen und wies auf die nächste offene Vortragsveranstaltung.
   Karlheinz Weidenbuch, März 2018
 - ENDE -