Aktuelle Veranstaltungsberichte

AMF-Arbeitskreis „Altenburger Land“   -   Berichte 2019  -

 

Veranstaltung 2019-4

Mit der vierten öffentlichen Veranstaltung im Kalenderjahr 2019, am Samstag Vormittag des 23.11.2019, fanden die Angebote des AMF-Arbeitskreises seinen diesjähringen Abschluß. Immerhin wollten 31 Interessierte sich die Gelegenheit der zweiten Ahnenbörse nicht entgehen lassen und die öffentliche Plattform für Kontakte und Informationen zur Familienforschung nutzen. Ausgehend von der Meldung, das die Kirchenbücher im Altenburger Land ab September 2019 für zwei Jahre wegen der Verfilmung nicht zur Nutzung und Einsicht bereit stehen werden, stellte Herr Klingner den Anwesenden verschiedene Alternativen, Ergänzungen und Anregungen zur Informationsgewinnung mit dem Rahmenthema „Sekundärliteratur“ vor.

Schwerpunktmäßig nahmen die Angebote der Archive von Land, Kreis und Stadt, konkret die Daten von Personen im Standesamtsbereich Altenburg 1876- 1900/1920/1950 und 1809-1875 die Kirchenbuch-Dublikate des gesamten Herzogtums Sachen-Altenburg eine zentrale Stelle ein. Damit wird ein großer Zeitraum abgedeckt. Aber Familienforschung ist nicht nur das Zusammentragen der Daten, sondern in Verbindung mit Heimat-, Regional und Globalgeschichte ein verschmelzen zur Gesamtbetrachtung und das Verstehen von Grundsatzbewertungen, Entscheidungen und Reaktionen unserer Vorfahren. Speziell für Einsteiger, sowie Forscherinnen und Forscher mit Entwicklungspotential sollten diese Darlegungen ein Gewinn an Informationen sein.

In der anschließenden Vorstellungs- und Austauschrunde wurde davon rege Gebrauch gemacht. Info-Punkte konnten persönlichen Austausch und Anfragen ergänzen.

Inzwischen erreicht uns die News-Meldung 12/2019 des Kirchenbuchportals ARCHION (www.archion.de) , daß die Kirchenbücher der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands EKMD, mit seinen Archiven in Magdeburg und Eisenach, den Startschuß für die online-Stellung der Kichenbücher-Digitalisate gegeben haben. Damit scheint ein langer gehegter Wunsch vieler Forscher, im ganzen deutschsprachigen Raum und weit darüber hinaus, endlich in Erfüllung zu gehen und eine Vereinfachung und vollständige Sichtung von Forschungsmaterial ohne Terminvergabe, Reisen zum Archivort und aufwändige Zeitvorhaltung möglich sein. Wollen wir hoffen, daß die Bereitstellung der Daten zügig erfolgt und damit die Digitalisierung mit einem echten Beitrag der CO2-Reduzierung erlebbar wird.

SK, Dezember 2019

 

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Veranstaltung 2019-3

Wenige Tage nach seinem 80. Geburtstag machte der Familienforscher und AMF-Mitglied, Herr Holger Meutzner aus Reichenbach im Vogtland, der Forschergemeinde, nicht nur im Altenburger Land, ein großes Geschenk. 

In seinem öffentlichen Vortrag der gemeinsamen Veranstaltungsreihe von Residenzschloß Altenburg, Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg e.V. (GAGO) und der Arbeitsgemeinschaft für Mitteldeutsche Familienforschung e.V.(AMF), Arbeitskreis „Altenburger Land“, sprach er zum Thema „Entstehung von Familiennamen und ihre Verbreitung im Altenburger Land, am Beispiel der Bauernfamilie Junghans“. Seine, in über 6 Jahren intensiver Forschungsarbeit, gewonnenen Erkenntnisse präsentierte er am Mittwoch, den 25.09.2019, im „Bach“-Saal des Residenzschloßes zu Altenburg vor 68 gebannten Zuhörern.

Der im sächsischen Kernland geborene Meutzner befaßte sich seit seiner frühesten Jugend mit Ahnenforschung, zunächst um Freiberg und Meißen. Durch die Ehe mit Christine Junghannß tastete er sich ins Altenburger Land vor, um nach Erreichen des Ruhestandes forscherisch gänzlich darin zu verweilen.

In Kombination aus Heimat- und Familienforschung beschäftigte er sich intensiv nicht nur mit den Eckdaten von Personen, sondern ergründete deren Lebensumstände und familiäre Wanderbewegungen. Ausgehend vom Spitzenahn Junge Peter, um 1385 bis nach 1428 , dem in der Gründungsurkunde des St.-Georgenstiftes auf dem Schloße zu Altenburg 1413 benannten zinspflichtigen Bauern in Breesen bei Altenburg, ermittelte er über 5600 Namensträger mit Besitzerfolgen von Bauernhöfen und wertete diese aus. Schließlich ergänzte er seine Forschungen um Bauernhof-Forschung und beleuchtete die Namensherkunft und -entwicklung. Dabei fielen besonders die unterschiedlichen und willkürlichen Schreibweisen der Namen zu einer Person auf. Es ist ihm gelungen, die Verbindung der Familien mit dem Übernamen „Jung“ und die Herausbildung des heute üblichen Familiennamens Junghans, trotz aller möglichen Schreibvarianten, nachzuweisen. Schade, daß eine solche Lebensleistung durch die Verweigerung der Einsicht in die Kirchenbücher einiger Pfarrämter und die weitere Verzögerung bei der Verfilmung und Digitalisierung dieser kulturhistorischen Bücher ausgebr---emst wurde.

Im Ergebnis vollendete er nun, nach seinem Erstlingsbuch „Die Bauern von Breesen“ 2013, sein doppelbändiges Werk, mit dem Titel „Die Entstehung von Familiennamen - Bildung und Verbreitung von Familiennamen im Altenburger Land – Eine systematische, genealogische Betrachtung am Beispiel „Junghans““ und einem Umfang von 1174 Seiten. Dieses Werk ist im Eigenverlag in geringer Auflage erschienen und damit beim Autor erhältlich. Es kann jedoch in den öffentlichen Archiven der Region und der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig und Frankfurt/Main studiert werden.

Mit den herzlichsten nachträglichen Glückwünschen zum 80. Geburtstag und zum Dank für seine Ausführungen wurde Holger Meutzner mit einem bunten Blumenstrauß und viel Beifall bedacht. Die Altenburger Familien- und Heimatforscher sind froh, einen solchen leidenschaftlichen, hilfsbereiten, fleißigen, akribischen und kritischen Forscher in ihren Reihen zu wissen und wünschen beste Gesundheit und viel Energie für alle Vorhaben.

Altenburg, September 2019 - Steffen Klingner 


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Veranstaltung 2019-2

Familienforschung ist nicht nur die Aneinanderreihung von Daten. Um diese Aussage zu Beweisen, ist es Notwendig die Blicke auf unser Hobby aus verschiedenen Winkeln und Ebenen zu erweitern. Dazu gehört neben der Heimatforschung, die Fotografie, als ergänzendes und bereicherndes Medium unbedingt dazu. In einer abgestimmten Folge von Vorträgen, Ausstellungen und wissenschaftlichen Tagungen versucht das Schloß- und Spielkartenmuseum Altenburg dieses interessante Thema in seiner Historie als Arbeitsplattform „Atelier“ , den finalen Ergebnissen als „Foto“ und deren Schöpfern/ Künstlern als „Fotografen“ den Nutzern und Betrachtern näher zu bringen.
    Der AMF-Arbeitskreis "Altenburger Land" hat, gemeinsam mit unseren Veranstaltungspartnern, diese historische Möglichkeit genutzt und den Leiter des Museums, Herrn Uwe Strömsdörfer, aus Altenburg, zum Vortrag „Das Fotoatelier Arno Kersten Sohn Nachfahren – die Geschichte eines Altenburger Unternehmens zwischen 1867 und 1938“ gewinnen können. Diese zweite, offene Vortragsveranstaltung 2019, fand planmäßig, am letzten Mittwoch im Mai, den 29.05.2019, im „Bach-Saal“ des Residenzschloßes zu Altenburg vor 40 interessierten Gästen statt.
   Die Übereignung des Nachlasses des ehemaligen Atelier- und Hof-Fotografen Arno Kersten (1838-1915), dessen Sohn Friedrich Otto Kersten (1868-1933) und dessen Nachfolger Joseph Bernath (1874-1945), 1992 an das Schloß- und Spielkartenmuseum Altenburg, können wir heute als Startschuß für eine historische Aufarbeitung zur Fotografie im Zeitraum 1867 bis 1938 im Altenburger Raum und darüber hinaus sehen. Dieser Bestand ist von historischer Bedeutung und beruht auf der beinahe vollständigen Überlieferung des Negativbestandes von über 20.000 Platten, Akten, Austattung und Technik bis zu Möbeln.
   Die besonderen Verdienste des heutigen Museumsleiters, Herrn Strömsdörfer, ist es zu verdanken, daß wir bereits 2014, in einem Vortrag, die Digitalisierung des Fotobestandes vorstellen konnten. Diesmal brachte er uns die Person Arno Kersten und die historischen Elemente seiner Arbeit als Vortrag näher, welche in der nachfolgend genannten Sonderausstellung besichtigt werden kann.
Das Schloß- und Spielkartenmuseum Altenburg präsentiert noch bis 27.10.2019 die Sonderausstellung „Stadt. Mensch. Geschichten. - Altenburger Fotoatelier Arno Kersten 1967 – 1938“. In einem nachgebauten historischem Fotoatelier werden Exponate eines deutschlandweit einzigartigen Schatzes aus über 80jähriger Geschichte gezeigt. Neben Teilen der erhaltenen Studioausstattung, Techniken und Elementeträger wie Kollodiumnass- und Gelantinetrockenplatten, sowie historischen Fotos, beispielsweise der herzoglichen Familie oder des Kaiserbesuches in Altenburg, bilden Informationen zum Geschäftsbetrieb, wie die Geschäftskorrespondenz und die Entwicklung der Atelierbesitzer vom Wanderfotografen und Auswanderungsagenten zum Hoffotografen und dessen Nachfolgern bis zu den Menschen, welche diese Dienste in Anspruch nahmen und sich ablichten ließen, den Kern der Ausstellung.
    Die Besonderheit für die Familienforschung liegt an den vorhandenen Auftragsbüchern. Über die Auftragsnummer ist eine direkte Verbindung zu den Negativnummern gegeben. Damit kann in den überwiegenden Fällen die Idendität der abgelichteten Menschen bestimmt und im idealsten Fall der eigene Verwandtschaft zugeordnet werden.

Steffen Klingner, Juni 2019


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Veranstaltung 2019-1

Mit der Ersten der vier geplanten öffentlichen Veranstaltungen des Kalenderjahres 2019 boten die Familienforscher des AMF-Arbeitskreises „Altenburger Land“ den Mitgliedern, Interessierten, Neueinsteigern und Gästen am Samstag, 23.03.2019, 10:30 Uhr, in der Gartengaststätte „Ost“ Altenburg, eine Ahnenbörse an. Ziel war es, die persönlichen Kontakte und Forschungsinformationen in direkter Weise zu knüpfen, zu pflegen oder zu entwickeln. Die Wahl von Wochentag und Zeitpunkt richtete sich speziell an interessierte Forscherinnen und Forscher mit beruflichen oder privaten Herausforderungen, wie beispielsweise ein auswärtiges Studium, Montage- bzw Schichtarbeit oder familiäre Verpflichtungen, wie Pflege oder Betreuung, welche an Wochentagen bisher keine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme gefunden hatten und hier Hilfestellung, Forscheraustausch oder das Gespräch suchten.

Die positiven Erfahrungen der letzten Ahnenbörsen nutzten 31 Teilnehmer. Im Rahmenprogramm zeigte und erläuterte der Leiter des AK, Herr Steffen Klingner, Beispiele und heutige Möglichkeiten der Internet-Forschung und positive Entwicklungen der Datenaufbereitung in einer Präsentation mit Vertiefungsinformationen zu den böhmischen Archiven und Kirchenbüchern mit dem Thema: „Familienforschung im Internet – Datensuche und Informationsgewinnung am Beispiel böhmischer Archive“.  -  Zusammenfassend wird empfohlen: Für Neueinsteiger sei als grundsätzlich auf die Internetseiten der Vereine in ihren geografischen Spezialgebieten hingewiesen, beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft für Mitteldeutsche Familienforschung e.V. (AMF) für das Gebiet der ostdeutschen Länder, im Internet unter: www.amf-verein.de , die Arbeitsgemeinschaft für Ostdeutsche Familienforscher (AGOFF) für das Gebiet Ostpreußens und Polen mit Schlesien, unter: https://agoff.de oder der Verein für Sudetendeutsche Familienforschung (VSFF) für Tschechien-Böhmen, unter: https://sudetendeutsche-familienforscher.de. Diese und andere Vereine haben auf Ihren Informationsplattformen mit großem Fleiß viele nützliche Informationen, Übersichten, Links und Daten, aber auch Fehler- und Problemhinweise zusammengetragen, welche die Forschung erleichtert und Wege zur Lösung aufzeigt.

Die tschechisch-böhmischen Archive von Prag, Pilsen, Leitmeritz, Zamrsk, Troppau, Brünn und Wittingau sind in Ihrer Datendigitalisierung weit fortgeschritten und bieten relativ leichte Zugänglichkeit zu den Daten, wenn auch mit unterschiedlichen optischen Darstellungen. Neben der Vorstellungen dieser Internetseiten mit Ihnen optischen Gestaltungen und Handhabbarkeiten wurden Tips und Anregungen zur Nutzung und Datensicherung gezeigt.

Ein weiter Programmpunkt war die Vorstellung von Literatur und die neuen Angebote des AMF-Buchversandes wie, „Die Musterungslisten des Herzogtums Sachsen-Altenburg“ in 4 Bänden , die Mitteldeutschen Ortsfamilienbücher und Forscherkontaktlisten, welche mit Interesse begutachtet wurden.

Die Verbindung von aktuellem Kurzvortrag und Austauschplattform, in einer öffentlichen Veranstaltung, als Ahnenbörse, soll in der nächsten Zeit, im Wechsel mit den beliebten Vortragsveranstaltungen, angeboten werden. Konkret ist eine Ahnenbörse als Abschlußveranstaltung dieses Kalenderjahres für Samstag, den 23.11.2019, 10:30 Uhr geplant. Dann freuen wir uns wieder auf das freundliche Team der Gartengaststätte „Ost“ Altenburg, welches uns mit Speis, Trank und gelungener Gestaltung der Räumlichkeiten viel Freude bereitete und ihnen dafür ein herzliches Dankeschön gebührt.

Altenburg, 15.04.2017, Steffen Klingner

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