Alfred Maschke - Ein Familienforscher aus Sachsen

Alfred Maschke (1903 - 1998)

Ein Familienforscher aus Sachsen

 

Wer in Sekundärquellen Umschau hält, wird  früher oder  später auf Arbeiten von Alfred Maschke stoßen. Der bekannte Familienforscher Alfred Maschke wurde am 25.04.1903 in Leipzig geboren und verstarb am 27. 07. 1998 in Flöha. 

 

In den 20er Jahren ging er nach Dresden. Dort betätigte er sich als Genealoge und war  im Heroldsamt beschäftigt. Beim Bombenangriff auf Dresden verlor er seine gesamte Familie. Auch sein Archiv fiel den Bomben zum Opfer.

Nach dem Kriege übersiedelte er nach Chemnitz. Dort wohnte er unter sehr einfachen Verhältnissen in der Augustusburger Straße. Verheiratet war er mit seiner Cousine. Nach dem Krieg nahm er die genealogischen Forschungen zu seiner eigenen Familie nicht wieder auf. In diesen Jahren erledigte er genealogische Auftragsforschungen und befasste sich mit der Geschichte der Namen „Maschke“ und „Spitzer“. Trotz seiner beengten Wohnverhältnisse baute er ein umfangreiches Archiv auf. In den 70er Jahren betrieb er vielfältige Forschungen in Chemnitz und beschäftigte sich mit Verkartungen von Kirchenbüchern aus dem westlichen Erzgebirge. 

 

Behindert war er in seinen letzten Lebensjahren durch zunehmenden Verlust seines Hör- und Sehvermögens. Teile seiner genealogischen Arbeiten befinden sich heute beim Adam-Ries-Bund in Annaberg-Buchholz, im Sächsischen Staatsarchiv Leipzig und im Stadtarchiv Chemnitz. Zu seiner wohl umfangreichsten genealogischen Arbeit gehörte der Auftrag von Dr. Kretschmar, Leipzig, das im Thüringischen Staatsarchiv Altenburg befindliche sogenannte „Seelenregister 1580“ eine Volkszählung im Altenburger Land - im Zeitraum von 1966 bis 1968 zu transkribieren. Wegen des Umfanges der Arbeit (ca. 5.750 Familiennamen) versicherte sich Maschke der Unterstützung des Chemnitzer Familienforscher Rolf Kaltofen (1920 – 1993). Die Ergebnisse seiner Forschungen fasste er unter dem Titel „Namen- und Ortsregister im Altenburg-Schmöllner Gebiet anno 1580“ zusammen.

 

Eine Arbeitsgruppe des AMF-Arbeitskreises „Altenburger Land“ hat das bisher unveröffentlichte  Manuskript weiterbearbeitet. Es erschien als Band 43 in der Schriftenreihe der Stiftung Stoye unter dem Titel:

„Die Einwohnerzählung im Amt Altenburg im Jahre 1580“. 

Das Buch wurde am 17. März 2007 zur Festveranstaltung anlässlich des 10jährigen Bestehens des Arbeitskreises präsentiert.

 

Arbeiten von Alfred Maschke, das Altenburger Land und seine Randgebiete betreffend, befinden sich im:

a)  Stadtarchiv Chemnitz, Aue 16, 09112 Chemnitz

Kirchenbuchabschrift Reichsstädt (~ 1558-1603, oo 1558-1603, + 1558-1603), Nr. 76
Kirchenbuchabschrift Altenburg (oo1562-1573), Nr. 80
Kirchenbuchabschrift Altenburg (~ 1562-1568), Nr. 85
Kirchenbuchabschrift  Meuselwitz (~ 1648-1690), Nr. 90
Kirchenbuchabschrift  Leesen (oo 1666-1700), Nr. 118
Kirchenbuchabschrift Saara (~ 1619-1623), Nr. 139

        

b) Sächsisches Staatsarchiv · Staatsarchiv Leipzig, Schongauerstraße 1, 04328 Leipzig

Trauungen in Altenburg (oo 1574-1576), Signatur: A 213/92 1992
Trauungen in der evangelischen Kirche St. Stephan in Zeitz (oo 1580-1695) 1967
Sterbefälle in der evangelischen Kirche St. Stephan in Zeitz († 1589-1697) 1967
Taufen in der evangelischen Kirche St. Stephan in Zeitz (~ 1580-1629) 1967
Sterbefälle in der evangelischen Kirche St. Nicolai in Zeitz († 1580-1602) 1968
Taufen in der evangelischen Kirche St. Michael in Zeitz (~ 1548-1555) 1968
Trauungsregister der evangelischen Kirche St. Nicolai in Zeitz (oo 1580-1611) 1967
Landsteuern der Stadt Zeitz 1568 1968
Ev.- luth. Pfarramt Reichsstädt (~ 1558-1603, oo 1558-1603, + 1558-1603) 1986
Ev.- luth. Pfarramt Meuselwitz (~ 1648-1690) 1973
Ev.- luth. Pfarramt Breitenhain bei Lucka (Auszüge) 1973
Ev.- luth. Pfarramt Lucka (Auszüge) 1973

                                        

Karlheinz Weidenbruch